Malaria ist eine der am weitesten verbreiteten Tropenkrankheiten. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge erkrankten im Jahr 2006 247 Millionen Menschen daran. Fast eine Millionen von ihnen starben an dieser Krankheit. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen, da ihre Immunabwehr (vorübergehend) geschwächt ist. Das am stärksten betroffene Gebiet ist das südliche Afrika, wo 91% der malariabedingten Todesfälle vorkommen. Aufgrund zunehmender Geschäfts- und Tourismusreisen nehmen Malariafälle auch in Europa und Nordamerika zu. Die Krankheit hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen, sondern stellt eine enorme soziale und ökonomische Bürde für Regierungen und Haushalte in Entwicklungsländern dar: Wenn Menschen an Malaria erkranken, können sie weder arbeiten noch zur Schule gehen. Ausserdem verschlingt die Krankheit einen erheblichen Teil der Ressourcen des Gesundheitssystems eines betroffenen Landes.
Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch Stiche der weiblichen Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen wird. Dabei fungiert die Mücke nur als Trägerin des Malaria-Erregers, von dem verschiedene Formen existieren: Plasmodium falciparum, der in Subsahara-Afrika besonders verbreitet ist, und Plasmodium vivax, der in Asien häufig vorkommt. Die anderen beiden Formen sind Plasmodium ovale und malariae. Zwar ist die Krankheit sehr gefährlich, doch sind Todesfälle vermeidbar, wenn die richtige Therapie rechtzeitig und korrekt angewandt wird.
Der international anerkannte Global Malaria Action Plan (GMAP) von Roll Back Malaria (RBM), einer Initiative der WHO, des UN-Kinderhilfswerks (UNICEF), des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) und der Weltbank, wurde von vielen Ländern aufgegriffen. Der Aktionsplan besteht aus drei Elementen:
Die neu gegründete Malaria Elimination Group (MEG), eine Gruppe aus 45 internationalen Experten, zu denen auch Klaus M. Leisinger, Präsident und Geschäftsführer der Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung, gehört, konzentriert sich auf den zweiten Teil des GMAP; die Eliminierung von Malaria.
Entsprechend ihrer Kernkompetenzen als Pharmaunternehmen konzentriert sich Novartis darauf, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Behandlung zu unterstützen. Mit Coartem stellt Novartis Entwicklungsländern ein hochwirksames und gut verträgliches Medikament (Heilungsraten von bis zu 95%) zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um eine festdosierte Kombinationstherapie auf Artemisinin-Basis (ACT), die von der WHO zur Behandlung akuter, unkomplizierter Malariafälle des Typs Plasmodium falciparum vorqualifiziert wurde. Coartem enthält Arthemeter, ein Artemisinin-Derivat, das aus dem hauptsächlich in China und Afrika angebauten Artemisia annua (einjährigen Beifuss) gewonnen wird. Arthemeter wird mit der chemischen Verbindung Lumefantrin kombiniert. Zudem hat Novartis mit Medicine for Malaria Venture (MMV) die pädiatrische Formulierung Coartem-D entwickelt. Diese dispersible Tablette mit Kirscharoma löst Tabletten ab, die zerkleinert werden mussten und bitter schmeckten. Dadurch wird sich die Einhaltung der Malariabehandlung bei Kindern verbessern.
Das Novartis Institute for Tropical Diseases (NITD) in Singapur leistet zusammen mit MMV und dem Wellcome Trust durch Forschung an der nächsten Generation von Malariatherapien einen weiteren Beitrag zur Malariabekämpfung. Neue Produkte werden den Entwicklungsländern zu Herstellungskosten zur Verfügung gestellt. Die Novartis Stiftung ergänzt zudem die Aktivitäten von Novartis im Kampf gegen Malaria durch das ACCESS Projekt in Tansania, das malariaspezifische Interventionen mit Massnahmen zur allgemeinen Verbesserung der Qualität der Gesundheitsversorgung und der finanziellen Ressourcen von Patienten kombiniert.
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