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Was ist Tuberkulose und wie kann sie bekämpft werden?

Merkmale und Häufigkeit der Erkrankung

Tuberkulose (TB) gehört nicht nur in den Entwicklungsländern zu den häufigsten Todesursachen. Die Krankheit ist auch im Norden auf dem Vormarsch (z.B. in den Staaten der früheren Sowjetunion). Weltweit infizieren sich jährlich mehr als 9 Millionen Menschen mit TB, und 1,7 Millionen Menschen sterben daran. In Tansania werden jedes Jahr rund 60 000 TB-Fälle festgestellt. Im Jahr 2002 starben in den USA 800 Menschen an der Krankheit.

TB ist eine Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Wenn TB-Patienten sprechen, niesen oder husten, werden mikroskopisch kleine Tröpfchen mit den TB-Bakterien freigesetzt. Diese werden dann von anderen Menschen eingeatmet. Die Krankheit äussert sich durch verschiedene Symptome, insbesondere durch produktiven Husten, Gewichtsverlust, Nachtschweiss, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit und allgemeine Müdigkeit.

Was viele Leute nicht wissen, ist, dass etwa 1,6 Milliarden Menschen weltweit das TB-Bakterium in sich tragen. Nur eine von zehn latenten Infektionen führt jedoch zu einer aktiven Erkrankung, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Zu den Faktoren, die das Risiko einer aktiven Erkrankung erhöhen, zählen die falsche Behandlung von TB, ein allgemeiner Immundefekt, Alkohol-/Drogenabhängigkeit und eine HIV-Koinfektion. Von den jährlich weltweit auftretenden 1,7 Millionen Todesfällen sind 27% mit HIV koinfiziert.

Aktuelle Behandlungs- und Kontrollstrategie

Seit es Antibiotika gibt, ist TB heilbar. Die Behandlung dauert in der Regel sechs bis acht Monate. Die Einnahmedisziplin spielt bei der Heilung eine entscheidende Rolle. Die von der WHO empfohlene Goldstandard-Therapie, ein von Sandoz (Novartis Konzern) hergestelltes Kombinationspräparat mit fester Dosierung bestehend aus Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol, verkürzt die Behandlungsdauer von acht auf sechs Monate. Wenn die Patienten die Behandlung jedoch vorzeitig abbrechen, kann dies zu einem schweren Rückfall bis hin zum Tod führen.

Durch die von der WHO empfohlene DOTS-Strategie (Directly Observed Treatment Short-Course – direkt überwachte Kurzzeittherapie) soll die Einnahmedisziplin verbessert und der Bildung von Resistenzen entgegengewirkt werden. Im Rahmen der DOTS-Behandlung müssen die Patienten daher ihre tägliche Dosis unter Aufsicht einnehmen. Bei der Goldstandard-Kombinationstherapie mit fester Dosierung ist die Überwachung der Behandlung besonders wichtig, da Rifampicin während der gesamten sechs Monate verabreicht wird. Rifampicin ist ein wirksames Medikament. Daher muss die Entwicklung von Resistenzen verhindert werden.

Die Resistenzbildung von TB-Bakterien ist eine grosse Herausforderung: Mittlerweile haben sich multiresistente (Multi-Drug Resistant, MDR) und extrem resistente (Extreme-Drug Resistant, XDR) Tuberkulosestämme entwickelt, die für TB-Patienten eine Bedrohung darstellen. Die XDR-Tuberkulose verläuft in 90% der Fälle tödlich. Diese beiden Formen der arzneimittelresistenten TB können auftreten, wenn die Patienten die Behandlung vorzeitig abbrechen.

Der Beitrag von Novartis, von der Stiftung und von anderen Unternehmen

Der Grossteil der Mittel zur Bekämpfung von TB stammt aus dem Global Fund for HIV/AIDS, TB and Malaria. Die Stop TB Partnership, die Regierungen, den privaten Sektor und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vereint, dient als wichtigstes Instrument des Informationsaustauschs und der Interessenvertretung. Das Sekretariat der Initiative sitzt bei der WHO und leitet auch die Global TB Drug Facility. Novartis unterstützt die Bekämpfung von TB durch eine landesweite Medikamentenspende für Tansania, mit der seit 2004 eine halbe Million Patienten behandelt werden können. Das Kombinationspräparat mit fester Dosierung wird in Zusammenarbeit mit der Stop TB Partnership und der Global Drug Facility kostenlos bereitgestellt.

Die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung setzt sich gemeinsam mit dem nationalen TB- und Leprabekämpfungsprogramm Tansanias sowie anderen Partnern für Medikamentenspenden ein. Zu diesem Zweck wurde die patientenzentrierte Behandlung (Patient-Centered Treatment, PCT) der Tuberkulose eingeführt. Bei diesem Ansatz können die Patienten wählen, wo sie behandelt werden möchten (in einer Gesundheitseinrichtung oder bei sich zu Hause unter Aufsicht eines Familienmitglieds).

Weitere Forschungsaktivitäten

Das Novartis Institute for Tropical Diseases (NITD) mit Sitz in Singapur leistet gemeinnützige Forschungsarbeit zu Malaria, Dengue-Fieber und TB. Das primäre Ziel des NITD ist die Entwicklung eines Präparats gegen multiresistente TB.

Ausserdem laufen klinische Studien zu einem TB-Impfstoff (z.B. South African TB Vaccine Initiative/Aeras Global TB Vaccine Foundation). Die grösste Herausforderung bei der Entwicklung eines Impfstoffs ist jedoch die Tatsache, dass man mehrmals an TB erkranken kann. Die Entwicklung eines Impfschutzes für die gesamte Lebenszeit ist ein schwieriges Unterfangen. Der derzeit verfügbare BCG-Impfstoff gegen TB wirkt nur bei Kindern bis zum Alter von 15 Jahren, jedoch nicht bei Erwachsenen.

 

Publikationen (Stiftung / Partnerorganisationen)

Assessment of patient preference in allocation and observation of anti-tuberculosis medication in three districts in Tanzania
Research article
Download > [en] (PDF, 77.1 KB)

 

Sozialmarketing-Kampagne im Kampf gegen Tuberkulose in Tansania

Download > [en], [de] (PDF, 61.0 KB)

 

Interview mit Saidi M. Egwaga über den Kampf gegen die Tuberkulose in Tansania

Download > [de], [en] (PDF, 69.3 KB)
 

Links

 

Stiftungsbericht 2009

Der komplette Stiftungsbericht 2009.

Download >
[de], [en] (PDF, 2.3 MB)
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Projektbeispiel

Patientenzentrierte Behandlung der Tuberkulose in Tansania
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