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Zugang zu Gesundheitsversorgung

Für rund 1,3 Milliarden Menschen weltweit ist es nach wie vor eine Herausforderung, Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung zu erhalten. Um ihre Situation zu verbessern, sind wirksame, sichere und erschwingliche Medikamente von grosser Bedeutung. Allein damit lässt sich dieses Problem jedoch nicht lösen. Der Zugang zu Gesundheitsdiensten ist nämlich nicht nur von der Verfügbarkeit preiswerter Arzneimittel abhängig, sondern in einem grösseren Kontext auch von zahlreichen anderen Faktoren, die zum Teil auch ausserhalb der Gesundheitssysteme liegen.

Gemeinsam mit ihren Partnern – dem Schweizerischen Tropeninstitut und dem Ifakara Health Institute – hat die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung einen Analyse- und Planungsrahmen für die Zugangsproblematik entwickelt. Auf der Basis dieser Kriterien verstehen wir den Zugang zur Gesundheitsversorgung als Grad der Übereinstimmung zwischen den Ressourcen, Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten und dem Gesundheitssystem mit seinen Dienstleistungen und Leistungserbringern. Diese Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage kann entlang der folgenden fünf Dimensionen bestimmt werden:

  1. Verfügbarkeit: Die bestehenden Gesundheitsdienstleistungen und medizinischen Produkte decken die Bedürfnisse der Patienten ab.
  2. Erschwinglichkeit: Die Preise der Gesundheitsdienstleistungen sind auf das Einkommen und die Zahlungsfähigkeit der Patienten abgestimmt.
  3. Zugänglichkeit: Die Gesundheitsdienstleistungen sind für die Patienten lokal verfügbar.
  4. Bedürfnisgerechte Versorgung: Die Organisation der Gesundheitsdienstleistungen erfüllt die Erwartungen der Patienten.
  5. Akzeptanz: Die Charakteristiken der Leistungsanbieter sind auf die der Patienten abgestimmt. 


Je mehr die Dienstleistungen und Produkte eines Gesundheitssystems den Lebensumständen und Bedürfnissen der Patienten entsprechen, desto mehr ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung gegeben. Einer Behandlung stehen jedoch oft noch andere Hindernisse im Weg, z.B. indirekte Kosten infolge Zeitaufwand und Anreise (Zugänglichkeit), persönliche Barrieren wie das Verleugnen der Behandlungsnotwendigkeit (Akzeptanz) und organisatorische Hürden wie Öffnungszeiten und räumlich bedingter Mangel an Privatsphäre (Bedürfnisgerechte Versorgung).

Je nach Lebensumständen und dem vorhandenen Gesundheitssystem verfolgen die Menschen verschiedene und zum Teil neue Strategien, um Gesundheitsversorgung zu erhalten. So wenden sie sich nicht nur an medizinisches Fachpersonal, sondern suchen vorher, nachher oder sogar gleichzeitig Hilfe bei traditionellen Heilern oder Strassenhändlern. Es kann aber auch vorkommen, dass sie sich gar nicht um eine Behandlung bemühen. Ein verbesserter Zugang und Einsatz moderner medizinischer Dienstleistungen kann jedoch nur dann die Gesundheit und Zufriedenheit der Patienten steigern, wenn die Qualität der gebotenen Gesundheitsversorgung angemessen ist. Dies wiederum hängt von der Diagnosegenauigkeit, der Sicherheit und Qualität der eingesetzten Produkte sowie der Therapieeinhaltung seitens der Patienten und Leistungserbringer ab.

Gesundheit und Armut stehen in einem engen Zusammenhang. Aus diesem Grund kann der Zugang zu Gesundheitsversorgung – eine der Voraussetzungen für bessere Gesundheit – bei den Bemühungen zur Linderung der Armut sowohl als Mittel als auch als Ziel betrachtet werden.

 

Publikationen (Stiftung / Partnerorganisationen)

Jahresbericht 2008, Kapitel 2: Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung in Mali und Tansania

Download > [de], [en] (PDF, 960.7 KB)

 

Gemeinschaftsressourcen stärken
Wie kann die "Nachfrageseite" primärer Gesundheitsversorgung besser berücksichtigt werden?
Download > [de] (PDF, 153.6 KB)

 

Jahresbericht 2008
Zugang schaffen - für mehr Gesundheit
Download > [de], [en] (PDF, 5.4 MB)

 

Access to Health Care in Contexts of Livelihood Insecurity: A Framework for Analysis and Action
Research article
Download > [en] (PDF, 1.9 MB)

 

Damit Arzneien ihren Zweck erfüllen

Download > [de] (PDF, 954.8 KB)

 

Stiftungsbericht 2009

Der komplette Stiftungsbericht 2009.

Download >
[de], [en] (PDF, 2.3 MB)
Archiv >

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Bevölkerungswachstum im 2010: Status und Ausblick

Bevölkerungswachstum im 2010: Status und Ausblick

Download >
[en] (PDF, 0.6 MB)

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Projektbeispiel

Die Zugangsinitiative in Mali
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