Die ärmsten Provinzen Kambodschas sind stark von Mangelernährung, Krankheiten und fehlendem Bildungszugang geprägt.Jahr für Jahr zwingen Überschwemmungen und Dürren sowie der Mangel an Arbeitsstellen zahlreiche Familien, in die grössten Städte zu ziehen.Aufgrund ihrer Armut und ihrer unsicheren Lebensverhältnisse laufen diese Kinder Gefahr, Opfer von Kinderhandel, Drogenkonsum oder Gewalt zu werden.Die Organisation Goutte d'Eau/Damnok Toek unterstützt seit 1997 benachteiligte Kinder und ihre Familien in Kambodscha. Mit rund 100 Mitarbeitenden und drei technischen Beratern betreut sie an drei verschiedenen Orten (Poipet, Neak Loeung und Phnom Penh) über 800 Kinder pro Tag.
Obwohl sich die Lage in den letzten Jahren verbessert hat, haben die meisten armen Kambodschaner nach wie vor keinen Zugang zu adäquaten Gesundheitseinrichtungen. Da sie sich öffentliche Gesundheitsdienste oder private Kliniken nicht leisten können, leiden benachteiligte Familien und ihre Kinder aufgrund ihrer fehlenden Gesundheitsversorgung. Um für die Kosten für unerwartete Krankheiten aufzukommen, verschulden sich zahlreiche Familien. Nicht selten müssen Kinder dadurch auf der Strasse arbeiten, oder sie werden an Händler verkauft.

An ihren Kliniken in Poipet und Neak Loeung verfügt Goutte d’Eau über ambulante und stationäre Behandlungsmöglichkeiten sowie Tages- und Spezialpflegeeinrichtungen, um Kinder aus diesen Städten und den Nachbargemeinden zu versorgen. Mit mehreren Tausend Konsultationen pro Jahr leisten zudem zwei Ärzte einen ausserordentlichen Beitrag zur Rehabilitation, Genesung und zum Schutz benachteiligter Kinder in der Gegend rund um Neak Loeung und Poipet. Sie geben allgemeine Ratschläge zum Thema Gesundheit und bieten Grundbehandlungen für verschiedene Krankheiten. Schlimmere Fälle werden an andere Gesundheitseinrichtungen im ganzen Land verwiesen. Goutte d’Eau arbeitet mit verschiedenen im Gesundheitsbereich tätigen NGOs und mit Regierungsinstitutionen zusammen. Neben den gewöhnlichen medizinischen Leistungen verstärken die beiden Ärzte zudem bei den Familien, die in und um Neak Loeung und Poipet herum leben, das Bewusstsein für verschiedene Krankheiten.
Seit der Eröffnung der Kliniken in Neak Loeung (1997) und Poipet (1999) ist die Zahl der Kinder, die von Goutte d’Eau medizinisch betreut werden, stetig gestiegen. Seit 2007 unterstützt die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung die Aktivitäten von Goutte d’Eau. Dank dieser Hilfe konnte die Organisation den Betrieb ihrer zwei Kliniken zur Unterstützung benachteiligter Kinder und ihrer Familien aufrechterhalten, die Einrichtungen der Kliniken erneuern und den Patienten eine bessere medizinische Versorgung bieten. Für die rund 800 Kinder, die im Rahmen der Projekte von Goutte d’Eau behandelt werden, ist die medizinische Versorgung kostenlos. Externe Patienten zahlen einen symbolischen Preis von 500 Riel (0.12 US-Dollar) pro Untersuchung inklusive Medikamenten.
Da es in Kambodscha keine Langzeitheime für körperlich und geistig behinderte Kinder gibt, eröffnete Goutte d’Eau 2003 in Phnom Penh ein Zentrum für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Im Dezember 2008 lebten 27 Kinder und Jugendliche in diesem Zentrum, in dem die Kinder ihre sozialen Kompetenzen und Fähigkeiten verbessern können. Das Projekt erreichte, dass einige der Kinder mit weniger schweren Behinderungen öffentliche Schulen besuchen können und dort dem normalen Lehrplan folgen. Um mit den Bedürfnissen der geistig behinderten Kinder besser umgehen zu können, engagierte Goutte d’Eau neue spezialisierte Erzieher mit unterschiedlichem fachlichen Hintergrund, beispielsweise Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Psychologen und Lehrer. Der Zugang zu Fachschulungen wurde durch die Unterstützung der Novartis Stiftung ermöglicht. Alle Mitarbeitenden des Projekts wurden speziell dazu ausgebildet, mit den Bedürfnissen der Kinder besser umgehen zu können. Ferner besuchten einige externen Spezialisten das Zentrum, um ihr Wissen an die Mitarbeitenden des Projekts weiterzugeben.

Links | |
|
|