Wie wird die Lepra übertragen?
Lepra ist eine Infektionskrankheit, die von dem Bakterium Mycobacterium leprae verursacht wird. M. leprae vermehrt sich sehr langsam, sodass die Inkubationszeit der Krankheit rund fünf Jahre beträgt. Es kann 20 Jahre dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Lepra ist nicht hoch ansteckend. Die Krankheit wird bei engem, häufigem Kontakt mit unbehandelten Personen mit der multibazillären Form der Erkrankung durch bakterienhaltige Tröpfchen aus deren Mund- und Nasenschleimhaut übertragen.
Welches sind die Symptome der Lepra?
Lepra befällt hauptsächlich die Haut und die Nerven. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann dies zu einer fortschreitenden und bleibenden Schädigung der Haut, der Nerven, der Gliedmassen und der Augen führen. Bei der paucibazillären (bakterienarmen) Lepra (PB) weist die Haut der Patienten bis zu fünf Lepraflecken auf; diese Form ist nicht ansteckend. Bestehen jedoch mehr als fünf Lepraflecken oder eine flächenhafte Infiltration der Haut, so liegt eine multibazilläre (MB) Lepra vor, die bis zu ihrer Behandlung infektiös ist. Eine minimale Ausbildung genügt, um Lepra bereits anhand der klinischen Anzeichen zu diagnostizieren. Die Behandlung ist davon abhängig, ob eine PB- oder MB-Lepra vorliegt.
Wie wird Lepra behandelt?
Die WHO empfiehlt eine Kombinationstherapie (Multi-Drug Therapy, MDT) bestehend aus Dapson, Rimactan® (Rifampicin) und Lampren® (Clofazimin). Die MDT tötet das Pathogen ab, heilt die Patienten und unterbricht die Krankheitsübertragung. PB- und MB-Patienten, die mittels MDT behandelt werden, sind nach sechs bzw. zwölf Monaten geheilt. Bereits nach Einnahme der ersten Dosis sind die Patienten nicht mehr ansteckend. Die MDT ist sicher, wirksam und auch ausserhalb medizinischer Einrichtungen einfach zu verabreichen. Rückfälle sind äusserst selten. Bislang ist noch keine Resistenz des Bakteriums gegen die MDT nachgewiesen worden.
Was sind die wichtigsten Elemente der MDT-Spenden von Novartis?
Seit dem Jahr 2000 stellt der Novartis Konzern (Novartis Pharmaceuticals, Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung und Sandoz) über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allen Leprapatienten weltweit eine hochwertige Kombinationstherapie (Multi-Drug Therapy, MDT) gratis zur Verfügung. Novartis führt die Spende im Rahmen einer Vereinbarung (Memorandum of Understanding), die bis Ende 2010 gilt, durch. Zusätzlich stellt das Unternehmen die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung, um die Verwaltung, den Transport, die Versicherung und die unabhängige Qualitätskontrolle seiner MDT-Spenden zu gewährleisten. Die MDT-Spende hatte (von 2000 bis 2009) einen Wert von USD 60 Millionen.
Welche Auswirkungen haben die MDT-Spenden?
Die Eliminierung der Lepra durch die MDT ist eine Erfolgsgeschichte des öffentlichen Gesundheitswesens. In den letzten 20 Jahren wurden über 14 Millionen Leprakranke geheilt, und die Prävalenzrate ist um 90 Prozent gesunken. Nach Schätzungen der WHO konnten mit den MDT-Spenden von Novartis bisher 4,5 Millionen Menschen erfolgreich behandelt werden. Durch die weltweit kostenlose Versorgung mit hochwertigen MDT-Medikamenten können nicht länger nur spezialisierte Kliniken den Betroffenen Lepra-Hilfe zur Verfügung stellen, sondern alle Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens. Dies ist besonders für die Armen wichtig, die einem besonders hohen Lepra-Risiko ausgesetzt sind und sich keine weiten Behandlungswege leisten können. Lepra ist eine der Hauptursachen für bleibende körperliche Behinderungen. Durch die MDT-Behandlung ist die Gefahr von Behinderungen deutlich gesunken, und die gesellschaftlichen und ökonomischen Krankheitsfolgen wurden stark reduziert. Zudem konnten auf diese Weise viele Menschen vor sozialer Ächtung und Armut gerettet werden.
Warum führt Novartis MDT-Spenden durch?
Novartis hat Lampren® (Clofazimin) und Rimactan® (Rifampicin) entwickelt – zwei der drei Wirkstoffe der MDT. 1995 begann die WHO damit, weltweit MDT-Medikamente bereitzustellen. Von 1995 bis 1999 kamen die Mittel dafür aus einem Arzneimittelfonds der Nippon Foundation in Japan. 1998 übernahm Novartis die alleinige Lieferung hochwertiger MDT-Behandlungen, nachdem der andere Hersteller aufgrund einer mangelhaften Qualität seiner Präparate von der Lieferung ausgeschlossen worden war. Die Entscheidung von Novartis Präsident Dr. Daniel Vasella, allen Patienten über die WHO eine kostenlose MDT-Behandlung zu bieten, kam zu einem wichtigen Zeitpunkt und gewährleistete auch für die Zukunft eine kostenlose Behandlung der Betroffenen. Die Entscheidung basierte auf den Unternehmenswerten von Novartis und der Überzeugung, dass zur Bekämpfung der Armutskrankheiten besondere Anstrengungen unternommen werden müssen.
Welche Länder haben Anspruch auf die gespendeten Arzneimittel?
Regierungen und staatlich anerkannte Organisationen, die sich dem Kampf gegen Lepra widmen, müssen lediglich bei der WHO ein entsprechendes Gesuch einreichen, um kostenlose MDT-Behandlungseinheiten zu erhalten. Derzeit profitieren fast 100 Länder – darunter einige OECD-Staaten – von den kostenlosen MDT-Lieferungen im Rahmen der Zusammenarbeit von Novartis und der WHO.
Welche Rolle spielt die Novartis Stiftung bei der MDT-Spende?
Die Novartis Stiftung unterstützt die WHO bei der Verteilung der Spende, fördert den Dialog zwischen den verschiedenen an der Leprabekämpfung beteiligten Interessengruppen und beteiligt sich an strategischen Diskussionen.
Wo werden die Medikamente hergestellt?
Die MDT-Behandlungseinheiten werden im Produktionswerk von Sandoz India in Kolshet (Mumbai) hergestellt. Das Werk besitzt ein GMP-(Good Manufacturing Practice)-Zertifikat der europäischen Gesundheitsbehörden.