Vermeidbare Krankheiten sind eine der Hauptursachen dafür, dass noch immer viele Menschen in Entwicklungsländern in Armut gefangen sind. Durch Krankheit gehen Arbeitstage verloren, erwirtschaften Eltern nicht genügend Einkommen, um das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen, und durch Krankheit geht die ökonomische Produktivität zurück. Wenn zudem öffentliche Gesundheitsdienste kostenpflichtig und Krankenversicherungen kaum ausgebildet sind, werden ganze Haushalte durch Behandlungs- und Medikamentenkosten in Schulden und Abhängigkeit gestürzt.
Gesundheit ist aber nicht nur eine der Grundvoraussetzungen wirtschaftlicher Entwicklung, sondern auch Basis für ein menschenwürdiges Leben. Gesund zu sein ist ein wichtiger Bestandteil guter Lebensqualität. Bereits in der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948 wird das Recht auf Gesundheit als Recht auf den bestmöglichen Gesundheitszustand festgeschrieben. In der Erklärung von Alma Ata 1978 wird das Recht auf Gesundheit für alle erstmals explizit herausgehoben. Diesem liegt eine Definition von Gesundheit zugrunde, die nicht nur die bloße Abwesenheit von Krankheit, Gebrechen und Invalidität einschliesst, sondern auch das soziale Wohlbefinden. Dazu gehört beispielsweise die Gewissheit und Sicherheit für jeden Menschen, zu jeder Zeit Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung zu haben.
Im Zusammenhang mit dem „Recht auf Gesundheit für alle“ ist in den letzten Jahren insbesondere die Frage des Zugangs zu Medikamenten für arme Menschen in Entwicklungsländern zunehmend ins Zentrum des entwicklungspolitischen Interesses gerückt. Namhafte internationale Nicht-Regierungsorganisationen wie Médécins sans Frontières und OXFAM fordern erschwingliche Preise insbesondere für lebensrettende Medikamente (HIV/AIDS, Malaria, TB etc.), um den Zugang zu Gesundheit für Menschen in Entwicklungsländern zu erleichtern.
Dass der Preis insbesondere von patentgeschützten, lebenswichtigen Medikamenten eine wesentliche Rolle für den Zugang zu Behandlung für arme Menschen in Entwicklungsländern spielt, ist unbestritten. Das Unternehmen Novartis trägt zur Lösung dieses Problems z.B. mit der kostenlosen Abgabe von Lepra-Medikamenten, der Bereitstellung des Malaria-Präparates Coartem® für Entwicklungsländer zum Selbstkostenpreis und dem Aufbau eines Forschungsinstituts für Tropenkrankheiten bei. Allerdings reicht die Problematik des Zugangs zu medizinischer Versorgung viel weiter. Die Tatsache, dass bis zur letzten Änderung der Essential Drugs List der WHO zirka 95% der dort aufgeführten Basismedikamente patentfrei und somit kostengünstig waren, diese aber in vielen Ländern des Südens dennoch lokal nicht verfügbar sind bzw. ihre Wirkung verfehlen, unterstreicht die Bedeutung anderer Faktoren. Die Problematik des Zugangs zu Medikamenten kann nicht losgelöst von internationaler und nationaler Entwicklungs- und Gesundheitspolitik sowie dem Management von Gesundheitssystemen betrachtet werden. Die Verfügbarkeit eines flächendeckenden Netzes an funktionierenden, lokal angepassten Gesundheitseinrichtungen und -dienstleistungen spielt neben den Kosten für Behandlung und Medikamente ebenso eine Rolle wie die fachliche Kompetenz des Gesundheitspersonals, das Verteilungssystem sowie die rationale Anwendung und Qualität von Medikamenten oder das Finanzierungssystem des Gesundheitswesens.
Mit unseren Initiativen in den Bereichen Leprabekämpfung und Basisgesundheitsversorgung versuchen wir gemeinsam mit unseren Partnern, dieser Komplexität Rechnung zu tragen und nachhaltige Lösungswege aufzuzeigen. Wir tragen durch integrierte, innovative Massnahmen dazu bei, den Zugang zu Diagnose und Behandlung für arme Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern: Diese reichen von der Schulung des Gesundheitspersonals über die Bereitstellung adäquater Ausstattung und Gebäude bis hin zum Aufbau einer Krankenkasse und zu Sozialmarketingkampagnen mit dem Ziel veränderten Gesundheitsverhaltens. Durch unsere Programme wollen wir die betroffenen Menschen dabei unterstützen, ihre individuelle Lebensqualität zu heben und verstärkt zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Publikationen (Stiftung / Partnerorganisationen) | |
|
Corporate responsibility for access to medicines Download > [en] (PDF, 405.7 KB) |
|
|
Symposium Report 2004 The Right to Health: A Duty for Whom? Download > [en] (PDF, 2.5 MB) |
|
|
Ergänzen statt Ersetzen Das Recht auf Gesundheit bei Novartis Download > [de] (PDF, 207.3 KB) |
|