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09 Mai 2012
Die Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung (NFSD) hat gemeinsam mit der Regional Psychosocial Support Initiative for Children affected by poverty, conflict, HIV and AIDS (REPSSI) und der Swiss Academy for Development (SAD) eine Fachtagung über die psychosozialen Bedürfnisse benachteiligter Kinder veranstaltet, die am 24. April 2012 in Genf stattfand. Das Treffen war Teil des „Geneva dialogue“, einer laufenden Gesprächsreihe, welche die Novartis Stiftung globalen Gesundheitsproblemen widmet. Auf dem Programm standen Themen wie die heterogenen Bedürfnisse benachteiligter Kinder, laufende psychosoziale Projekte sowie Herausforderungen und Chancen zur Ausweitung innovativer Modelle.
Erika Dittli, Nathalie Vesco, Adrian Gschwend, Noreen M. Huni, Klaus M. Leisinger
Noreen M. Huni und Lynette Mudekunye, REPSSI, stellten die von der Initiative entwickelten Tools und Programme zur emotionalen und sozialen Unterstützung benachteiligter Kinder vor. REPSSI ist in 1994 Projektstandorte in 13 Ländern im östlichen und südlichen Afrika aktiv und hat bisher rund fünf Millionen Kindern und Jugendlichen erreicht.
Über 29.000 gemeindebasierte Betreuer wurden bislang im Rahmen zahlreicher REPSSI-Initiativen ausgebildet. 2009 initiierte REPSSI ein akkreditiertes Schulungsprogramm mit dem Ziel, mehr Kapazitäten für die psychosoziale Betreuung zu schaffen. Verschiedene afrikanische Regierungen setzen die REPSSI-Programme und -Ressourcen mittlerweile auf nationaler Ebene ein.
Im weiteren Verlauf erläuterten Niklaus Eggenberger und Adrian Gschwend von Swiss Academy for Development (SAD) eine kürzliche evidenzbasierte Studie, die die Wirkung von psychosozialer Unterstützung bei benachteiligten und anderen Kinder untersuchte. Unter anderem stellte die Studie den Mythos von der Resilienz afrikanischer Kinder in Frage und verwies darauf, dass benachteiligte Kinder überdurchschnittlich häufig Gewalt und komplexen Trauererfahrungen ausgesetzt sind.
Nathalie Vesco von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstrich die Bedeutung von multisektoriellen Interventionsprogrammen, die sich nicht nur mit psychosozialer Betreuung, sondern auch mit anderen Problembereichen wie der Schaffung von Verdienstmöglichkeiten und der Bildung befassen. Die DEZA unterstützt ein Interventionsprogramm zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kindern in der Region der Grossen Afrikanischen Seen, das sowohl psychosoziale Unterstützunginitiativen als auch Präventivmassnahmen einschliesst.
Erika Dittli von der Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz stellte mit der Arbeit der SOS-Kinderdörfer ein weiteres Beispiel für psychosoziale Unterstützung vor. Hauptanliegen der SOS-Initiativen ist es, das Wohlergehen von Kindern zu fördern, die Projekte schliessen jedoch auch Aktivitäten ein, die auf die Stärkung von Familien und Gemeinschaften abzielen.
Die Teilnehmer forderten ein Mindestpaket von Versorgungsleistungen, das im Rahmen psychosozialer Unterstützungsprogramme angeboten werden sollte. In den Diskussionen wurde jedoch auch festgestellt, wie wichtig eine individuelle Betreuung ist, damit jedes Kind optimal von den Programmen profitieren kann. Die Teilnehmer waren sich einig darüber, dass eine weitere Ausbildung paraprofessioneller Kräfte nötig ist, um die psychosozialen Unterstützungsdienste zu stärken und um den sozialen und emotionalen Bedürfnissen benachteiligter Kinder gerecht zu werden. Partnerschaften zwischen verschiedenen Stakeholdern wurden dabei als entscheidend für die Verbesserung der psychosozialen Betreuung benachteiligter Kinder gewertet.
Lesen Sie die ausführliche Zusammenfassung des Anlasses (Englisch).
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